Eine Diät wäre gar nicht so schlimm, wenn dieses Verzichten nicht wäre. Die ersten Tage laufen vielleicht noch ganz gut, doch irgendwann kommt der Heißhunger auf Pasta, Pizza oder Schokolade. Mit dem Cheat Day wird dieses Schummeln Teil der Diät! Die „Rückfälle“ werden bewusst mit eingeplant und das Beste daran: Die Diätpausen sollen die Pfunde erst so richtig zum Purzeln bringen. Zu schön um wahr zu sein? Wir haben uns angesehen, was Experten vom Cheat Day halten und wie man dank zusätzlicher Kalorien tatsächlich abnehmen kann.

Cheat Day: Wie und warum er die Diät erfolgreicher machen kann

Die Regel ist ganz einfach: An sechs Tagen in der Woche hält man sich konsequent an sein Diät- und Ernährungsprogramm – am siebten Tag ist Sündigen erlaubt. Eine Studie, die in der Fachzeitschrift Obesity publiziert wurde, lässt darauf schließen, dass eine Diät mit Cheat Day sogar erfolgreicher ist als ohne. 51 Männer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Probanden aus Gruppe 1 hielten ununterbrochen Diät und nahmen 16 Wochen lang nur zwei Drittel ihres Kalorienbedarfs zu sich. Gruppe 2 machte die gleiche Diät, allerdings folgten auf zwei Diät-Wochen eine Cheat Woche – der Zeitraum wurde auf 30 Wochen verlängert, sodass auch sie auf 16 Wochen Diät kamen. Das Ergebnis: Die „Cheaternahmen nicht nur mehr Gewicht und Körperfett ab als die durchgehenden Abnehmer aus Gruppe 1, sondern hielten das neue Gewicht auch erfolgreicher.

Cheat Day Diät: Löffel im Mousse Au Chocolat

Cheat Day während der Diät: Auch Mousse Au Chocolat ist so möglich

Es sind vor allem drei Gründe, die Befürworter des Cheat Days immer wieder anführen:

  • Die Motivation hält länger an
  • Der Stoffwechsel bleibt aktiv
  • Muskelmasse wird nicht abgebaut

 Betrachten wir Sie uns im Detail

  1. Der Cheat Day motiviert uns dazu, eine Diät länger durchzuhalten

Stellen Sie sich vor, Sie dürften Ihr Lieblingsgericht erst wieder in zwei Monaten essen. Ziemlich hart oder? Wie wäre es mit sechs Tagen? Würden Sie diese durchhalten? Schon eher! Je überschaubarer die Zeit des Verzichts, desto leichter fällt er uns. Ob Kartoffeldiät, Reisdiät oder Paleo-Diät oder ein anderer Ernährungsplan: Dank Cheat Day ist das Durchhalten nur halb so schlimm – denn die nächste Pause ist schon wieder in Sichtweite.

  1. Der Cheat Day verhindert den Notfall-Modus unseres Stoffwechsels und beugt so dem Jojo-Effekt vor.

Das Gemeine an jeder Diät: Der Körper passt sich schnell an weniger Kalorien an. Unser Stoffwechsel befindet sich quasi noch in der Urzeit. Dort hatte er gelernt, alles auf Sparflamme zu schalten, sobald die Jäger und Sammler eine Pechsträhne hatten. Noch heute erhält unser Gehirn bei andauerndem Hunger das Signal: Obacht, die Hungerphase beginnt wieder! Das führt zu dem Phänomen, dass wir im Laufe der Diät immer schwerer abnehmen. Der Grundumsatz sinkt. Fangen wir dann an, langsam wieder etwas mehr Kalorien zu uns zu nehmen, landen diese gnadenlos auf den Hüften und wir wiegen schnell mehr als vor Beginn der Diät – schließlich verbrennt unser Körper auch weniger als davor. Die Rede ist vom Jojo-Effekt. Durch regelmäßiges Cheaten wird verhindert, dass der Stoffwechsel auf Sparflamme herunterfährt. Dieses Prinzip liegt übrigens auch dem Intervallfasten zugrunde.

  1. Der Cheat Day verhindert, dass der Körper Muskelmasse abbaut.

Dieser Punkt hängt ebenfalls eng mit dem Notfallmodus zusammen. Wenn Unterversorgung droht, baut der Körper zuerst Muskelmasse ab, weil sie für das Überleben am wenigsten wichtig ist. Je weniger Muskeln, desto geringer ist wiederum der Grundumsatz und somit die nötige Kalorienaufnahme – ein Teufelskreis, der sich durch regelmäßiges Sattessen durchbrechen lässt – sagen zumindest die Befürworter des Cheat Days.

Kritik am Cheat Day

Es werden allerdings immer wieder auch kritische Stimmen laut, die vor den Gefahren des Cheat Days warnen. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf die Regel, dass man an diesem Tag essen darf, was und wie viel man will. Dies kann zu regelrechten Fressattacken führen, die nicht nur den Diäterfolg der vergangenen Tage zunichtemachen, sondern auch mit anderen ungesunden Verhaltensweisen einhergehen. So hat eine andere Studie ergeben, dass Menschen, die bis 140 Prozent und mehr ihres Kalorienbedarfs zu sich nehmen, sich seltener bewegen als Normalesser.

Doch damit nicht genug. Essanfälle können gesundheitliche Folgen haben. So geht das natürliche Hungergefühl verloren, was zu Essstörungen wie Binge Eating führen kann. Nimmt man innerhalb großer Zeit eine große Menge Nahrungsmittel zu sich, ist oft die Verdauung überfordert. Dies kann auf lange Sicht chronische Darmerkrankungen nach sich ziehen.

7 Grundregeln für erfolgreiches Cheaten

Der Cheat Day ist also keine Rechtfertigung zur Völlerei und sollte genau geplant werden. Mit ein paar Grundregeln stellen Sie sicher, dass er das Abnehmen unterstützt.

1. Der Kalorienbedarf am Cheat Day sollte maximal 300 bis 500 Kilokalorien über dem Grundumsatz liegen.

2. Achten Sie darauf, dass die Gesamt-Kalorienbilanz einer Woche negativ ausfällt. Nur so nehmen Sie ab.

3. Denken Sie daran: Die Pfunde purzeln dann, wenn Sie mehr Energie verbrauchen, als Sie zu sich nehmen. Erhöhen Sie Ihren Kalorienverbrauch durch regelmäßigen Sport, um die Energiebilanz zu senken. Vor allem am oder nach dem Cheat Day schadet es nicht, zusätzliche Fitnessübungen in den Alltag einzubauen.

4. Vermeiden Sie Hunger! Auch so verhindern Sie, dass Ihr Körper während der Diättage in den Sparmodus verfällt. Obst und Gemüse halten satt.

5. Achten Sie am Schummeltag darauf, dass Sie die meisten Kalorien in Form von Kohlehydraten und Eiweiß zu sich nehmen.

6. Planen Sie den Cheat Day und kaufen Sie schon vorher dafür ein. Bei hochkalorischen Wünschen wie Pizza oder Burger sollten Sie den Cheat Day auf ein Cheat Meal beschränken. Achten Sie aber auf jeden Fall auf dem Körper! Bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung verschwindet die Lust auf Fast Food oft vollständig

7. Viele Menschen cheaten bewusst am Wochenende. Vorsicht mit Alkohol am Cheat Day! Seien Sie sich bewusst, wie viele Kalorien in ihm stecken. Zwei Gläser Gin Tonic zum Beispiel haben bereits 435 Kalorien (jeweils 300 Milliliter). Das ist für eine durchschnittliche Frau bereits mehr als ein Viertel des Tagesbedarfs.